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Cash-Hilfe für Afrika

STOCKHOLM – Europa ist eine ehrgeizige Verpflichtung eingegangen, seine Hilfe an Afrika aufzustocken, und Afrikas Schwierigkeiten rufen nach größerem Engagement. Doch sind für die Erhöhung der Hilfsleistungen an Länder, die bereits von Hilfe abhängig sind, eindeutigere Bereitstellungsmechanismen und ein gewisser Grad an Haushaltsberechenbarkeit erforderlich. Etwas Neues wird benötigt, und direkte Geldzahlungen an arme Menschen könnten eine Alternative darstellen – doch nur im Rahmen einer längerfristigen Vision für die Sozialsysteme der Partnerländer.

Die Europäische Union hat sich und ihre Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, die Hilfsgelder bis 2010 auf 0,56 % des BIP und bis 2015 auf 0,7 % zu erhöhen – mit dem großen Schwerpunkt auf Afrika. Die gemeinsamen Hilfsverpflichtungen der Mitgliedsländer des OECD-Ausschusses für Entwicklungshilfe würden eine Verdoppelung der offiziellen Entwicklungshilfe für Afrika zwischen 2004 und 2010 bedeuten – wenn sie eingehalten werden.

Man kann schließlich zu Recht fragen, ob die Geberländer sich an diese Verpflichtungen halten werden, und auch, ob die Bedingungen in den Partnerländern ihnen dies gestatten werden. Doch bietet eine theoretische Verdoppelung der Hilfe an Afrika bis 2010 – und möglicherweise sogar noch mehr danach – eine riesige Chance zur Bekämpfung der Armut. Daher hat die Ausräumung aller Hindernisse, die eine wirkungsvolle Anwendung dieser zusätzlichen Mittel behindern könnten, absoluten Vorrang.

Obwohl Afrikas Bedürfnisse relativ gut bekannt sind, gibt es gewisse Schwierigkeiten bei der Aufstockung der Hilfe, um auf diese Bedürfnisse einzugehen. Dabei geht es um Probleme wie makroökonomisches Management, Hilfsabhängigkeitssyndrome, Aufnahmekapazität, Transaktionskosten und – mit allem verbunden – das Risiko abnehmender Erträge, wenn das Hilfsniveau steigt. Angesichts der aktuellen Hilfsquoten (im Verhältnis zum BIP) in Afrika südlich der Sahara – wobei ungefähr die Hälfte der Länder Quoten von über 10 % haben, noch bevor eine zukünftige Anhebung der Hilfsleistungen berücksichtigt wurde – müssen diese Herausforderungen ernst genommen werden.