alphandery4_Jens Schlueter_Getty Images_carbon emissions Jens Schlueter/Getty Images

Einen Preis für Kohlenstoff jetzt!

PARIS – Die Amtseinführung von Joe Biden als US-Präsident findet einen Monat nach dem fünften Jahrestag des Pariser Klimaabkommens statt und verheißt einen lang überfälligen Fortschritt im globalen Kampf gegen den Klimawandel. Trotz der jüngsten politischen Absichtserklärungen großer Emittenten, bis Mitte des Jahrhunderts Kohlenstoffneutralität zu erreichen, ist die Welt immer noch nicht auf dem Weg dahin, die globale Erwärmung auf 2° Celsius zu begrenzen – ein Ziel, das erreicht werden muss, wenn wir massive Störungen der menschlichen Gesellschaften verhindern wollen.

Glücklicherweise können wir zumindest das Problem quantifizieren: Laut der Internationalen Energieagentur lagen die weltweiten energiebedingten Kohlendioxidemissionen im Jahr 2019 bei etwa 33 Milliarden Tonnen – und dieser Wert muss letztlich auf Null reduziert werden.

Durch sogenannte CCS-Techniken (carbon capture and storage) können wir Kohlenstoff aus der Luft entfernen, aber die Kosten dafür variieren erheblich. Angenommen, diese Technologie könnte zu einem durchschnittlichen Preis von 100 Dollar pro Tonne in großem Stil angewendet werden, würde die Entfernung des 2019 emittierten CO2 3,3 Billionen Dollar kosten. Und nehmen wir weiterhin (nicht unbegründet) an, dass die Minderungskosten (100 Dollar pro Tonne) den sozialen Kosten der globalen Erwärmung übereinstimmen, dann entspricht diese Zahl etwa dem Wohlstand, der in einer Volkswirtschaft wie Deutschland erzeugt wird, deren BIP 2019 bei 3,861 Billionen Dollar lag. Dies verdeutlicht den enormen Preis, der jährlich gezahlt werden muss, um eine weitere Verschärfung des Klimawandels zu verhindern.

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