0

Kann radioaktive Strahlung gut für uns sein?

STANFORD: Die erdbeben- und tsunamibedingten Probleme im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi waren Anlass für endlose Kommentare und Spekulationen. Leider jedoch läuft ein großer Teil der Debatte über die Katastrophe und ihre Auswirkungen in uninformierter und problematischer Weise ab.

Das Strahlungsniveau liegt 20 km vom Atomkraftwerk in Fukushima entfernt um zu 400 Mal über dem Normalwert; in Milch, Fisch und einer Anzahl von in der Region angebauten Gemüsearten wurde erhöhte Radioaktivität festgestellt, und das Trinkwasser in Tokio (225 km von Fukushima entfernt) wurde, was Kleinkinder angeht, für zum Verzehr ungeeignet erklärt. Mehrere Länder haben die Einfuhr von Milch und Gemüse aus der betroffenen Region untersagt.

Was ist von all dem zu halten?

Strahlung auf diesem Niveau stellt eine minimale gesundheitliche Bedrohung für Menschen dar, die sich außerhalb der unmittelbaren Umgebung des Atomkraftwerks selbst aufhalten. Der größte Teil der Strahlung geht von Jod 131 aus, was aus mehreren Gründen eine gute Nachricht ist. Erstens hat dieses Isotop eine kurze Halbwertzeit – nur etwa acht Tage –, d.h. es baut sich in kurzer Zeit auf ein zu vernachlässigendes Niveau ab (in zehn Wochen sind weniger als 0,1% davon übrig). Zweitens deutet dies darauf hin, dass die Strahlungsquelle der Reaktor selbst ist und nicht etwa verbrauchte Brennstäbe (die sehr viel langlebigere und gefährlichere Radioisotope beherbergen). Drittens ist für gefährdete Personen ein jederzeit verfügbares, effektives Gegenmittel vorhanden: nicht radioaktives Jod, das in Tabletten- oder Flüssigform erhältlich ist und die Aufnahme von Jod 131 durch die Schilddrüse verhindert.