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Können die Multis Afrika retten?

Die multinationalen Unternehmen waren eine der treibenden Kräfte während des postkommunistischen Übergangs in Osteuropa. Sie brachten neue Fertigkeiten, Technologien, Schulungsmöglichkeiten und bessere Arbeitsbedingungen. Sie retteten das Bankensystem, modernisierten Telekommunikationsnetze, bauten marode Industrien neu auf, erhöhten den Qualitätsstandard der Waren und untergruben die kuschligen Arrangements der Interessengruppen, die den Normalbürger jahrzehntelang geschröpft hatten.

Aber ist Osteuropa eine Ausnahme? Können die multinationalen Unternehmen anderen bedürftigen Regionen wie etwa Schwarzafrika, wo das Erbe der Kolonialisierung, Apartheid und Misswirtschaft ein fundamental anderes Geschäftsumfeld hervorgebracht hat, ähnliche Vorteile bringen?

Einer Sichtweise zufolge war Osteuropa einzigartig positioniert, um von den multinationalen Unternehmen zu profitieren: Seine Arbeitnehmer waren gut ausgebildet, insbesonders in den Bereichen Technik und Naturwissenschaften, und waren daher in der Lage, der klassischen Falle „Geringe Fertigkeiten, geringe Löhne“ zu entgehen. Was der Kommunismus zu liefern versäumt hatte – modernes Management, neue Technologien und Marketing-Know-how – konnten die Multis anbieten.

In Ländern wie Südafrika, Namibia und Simbabwe allerdings können multinationale Unternehmen deutlich anders empfunden werden. Westliche Regierungen stehen den afrikanischen Freiheitsbewegungen häufig gleichgültig, wenn nicht feindselig gegenüber. Mit berüchtigten Vertragsarbeitssystemen, die kaum mehr als Sklaverei darstellten, halfen ihre Großunternehmen rassistischen Regimes, sich zu behaupten.