Paul Lachine

Kann Europa gerettet werden?

WIEN – Im Jahr 2011 ist die europäische Finanz- und Bankenkrise in eine Staatsschuldenkrise eskaliert. Ein Problem, das in Griechenland begann, endete mit zunehmenden Zweifeln am Überleben des Euro – und sogar der Europäischen Union selbst. Ein Jahr später sind diese grundlegenden Zweifel immer noch unverändert aktuell.

Wenn man aber die EU mit den Vereinigten Staaten oder Japan vergleicht (wo die öffentlichen Schulden bei 200% des BIP liegen), ist der schlechte Ruf der Union nicht gerechtfertigt. Tatsächlich bleibt das Beschäftigungsniveau in der EU insgesamt hoch, ebenso wie die private Sparquote. Darüber hinaus ist die Handelsbilanz der Union mit dem Rest der Welt ausgeglichen.

Ein Grund für Zweifel am Euro und der EU ist, dass die europäischen Staatschefs seit Frühjahr 2010 von einem Krisengipfel zum nächsten eilen und jedes Mal vermeintliche Lösungen präsentieren, die zu wenig bewirken und zu spät kommen. Europas Führer haben ihre wirtschaftliche und politische Feuerkraft nie wirklich ausgespielt. Vielmehr werden sie, anstatt die Finanzmärkte wie geplant zu zähmen, von diesen immer wieder unter Beschuss genommen.

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