1

Stoppt das Gift aus China

STANFORD – Im letzten Januar konnten die Umweltbehörden in China gerade eben noch die Kontaminierung des Trinkwassers von drei Millionen Menschen verhindern, nachdem ein Bergbauunternehmen Cadmium in den Longjiang-Fluss geleitet hatte – ein giftiges Schwermetall zur Herstellung von Batterien, Farbe, Lötmittel und Solarzellen. Um die weitere Ausbreitung der Kontaminierung zu verhindern, musste die örtliche Feuerwehr große Mengen gelösten Aluminiumchlorids hinzufügen, das Cadmium bindet und sich am Grund des Flusses absetzt. Das toxische Sediment wird dann irgendwann ausgebaggert.

Solche Bedrohungen der Gesundheit und der Umwelt sind in China nicht selten. In der Hälfte der Flüsse und Seen des Landes ist das Wasser für menschlichen Konsum oder gar Kontakt nicht geeignet.

Bekannt ist China auch für die Vergiftung von Nahrungs- und Arzneimitteln (ganz abgesehen von Bleifarbe in Spielzeugen oder giftiger Zahnpasta). 2008 beispielsweise wurde Milchprodukten die Industriechemikalie Melamin hinzugefügt, um höhere Milcheiweißwerte vorzutäuschen, woraufhin sechs Säuglinge starben und 300.000 weitere Menschen krank wurden.

Und Mengniu, der größte Milchproduzent Chinas, gab im letzten Dezember bekannt, er habe in einem Werk in der Provinz Sichuan gefährliche Produkte zerstört, nachdem Sicherheitsinspektoren der Regierung in einer Charge Milch das Karzinogen Aflatoxin entdeckt hatten. (Das Unternehmen versicherte, an Kunden sei keine kontaminierte Milch ausgeliefert worden.)