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Die Währungsreserven sollten aufgelöst werden

Die chinesische Volksbank und die Bank von Japan stecken – wie andere asiatische Zentralbanken auch – in Schwierigkeiten. Sie haben enorme Devisenreserven mit einem geschätzten Wert von mehr als zwei Billionen Dollar angehäuft. Das Problem ist, dass diese fast gänzlich aus US-Dollars bestehen – einer Währung, die derzeit rapide an Wert verliert.

Alle den asiatischen Zentralbanken offen stehenden Vorgehensweisen erscheinen dabei als gleichermaßen unattraktiv: Falls die Zentralbanken nichts tun und ihre Dollar-Bestände einfach behalten, werden ihre Verluste weiter zunehmen. Falls sie jedoch zukaufen, um den Dollar zu stützen, erhöhen sie damit lediglich das Ausmaß ihres Problems. Versuchen sie andererseits, ihre Währungsreserven breiter zu fächern, so beschleunigen sie damit den Kursverfall des Dollars und vergrößern ihre Verluste. Sie dürften darüber hinaus mit anderen möglichen Reservewährungen dieselbe Art von Problem erleben.

Der Euro ist lautstark als Dollar-Ersatz oder -Alternative angekündigt worden. Einige begeisterte Europäer haben die asiatischen Länder dazu ermuntert, ihre Währungsreserven breiter zu streuen. Aber in ein paar Jahren könnte sich beim Euro sehr wohl dasselbe Szenario wiederholen. Große Haushaltsdefizite und ein langsames Wirtschaftswachstum könnten die Devisenmärkte überzeugen, dass der Euro keine große Zukunft hat, und eine Verkaufswelle auslösen – und damit Verluste für die Euros haltenden Zentralbanken.

Es gibt eine historische Parallele zu den heutigen Bedenken zur weltweit wichtigsten Reservewährung. Die durch die Große Depression der frühen 1930er Jahre heimgesuchte Zwischenkriegszeit bietet eine ganze Reihe schmerzhafter, aber wichtiger Lektionen für die Gegenwart.