Bushs intellektuelle Folterknechte

PARIS – Die von der Obama-Administration veröffentlichten streng geheimen Dokumente über die Foltermethoden in CIA-Gefängnissen warfen eine grundlegende Frage wieder auf: Wie kommt es, dass Personen, die im Namen der Regierung der Vereinigten Staaten agieren, Folterungen für die ihnen unterstellten Häftlinge so bereitwillig akzeptierten?

In den jüngst veröffentlichten Dokumenten geht es nicht um die eigentlichen Fakten zu den Folterungen, die ohnehin jedem bekannt waren, der davon erfahren wollte. Sehr wohl aber werden dort Informationen preisgegeben, wie es zu den Folterungen kam und wie die daran Beteiligten diese empfanden.

Am erstaunlichsten ist die Entdeckung penibel aufgelisteter Regeln, die in Handbüchern des CIA dargelegt und von den offiziellen Regierungsvertretern aus dem Justizbereich abgesegnet wurden. Man hätte ja angenommen, dass Folter eine Folge von Fehlleistungen oder unbeabsichtigten Exzessen wäre, die in der Hitze des Gefechts entstünden. Aber nein, das Gegenteil ist der Fall: Diese Dokumente belegen, dass die Folter eine bis in das kleinste Detail geregelte Taktik war.

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