Burma: Indiens Politik der schlechten Nachbarschaft

NEW DELHI – Nun da inszenierte Wahlen den Beleg für die Folgen einer drei Jahrzehnte währenden Militärherrschaft in Burma liefern, könnte eine Betrachtung aus der Perspektive des Nachbarlandes Indien bei der Erklärung helfen, warum die langjährige Militärjunta Burmas weiterhin von der internationalen Gemeinschaft akzeptiert wird.

Bis 1935 wurde Burma als Teil Britisch Indiens von Großbritannien regiert und nach der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1947 blieb es auch bei starken Verbindungen zwischen den beiden Ländern. In den größeren Städten Burmas entwickelten sich florierende indische Wirtschaftsgemeinden und die kulturelle und politische Übereinstimmung war stark ausgeprägt. Indiens nationalistischer Spitzenpolitiker und erster Ministerpräsident,  Jawaharlal Nehru, war ein enger Freund des burmesischen Nationalhelden Aung San, dessen Tochter, Nobelpreisträgerin und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi, in Neu Delhi studierte.

Über viele Jahre stand Indien unmissverständlich auf der Seite der Demokratie, der Freiheit und der Menschenrechte in Burma – und zwar in konkreterer Art und Weise als es die Rhetorik westlicher Kritiker des Regimes war. Als die Generäle im Jahr 1988 einen Volksaufstand niederschlugen, den überwältigenden Wahlsieg von Aung San Suu Kyis Nationaler Liga für die Demokratie (NLD) annullierten, auf Studenten schossen und die neu gewählte Führung verhafteten, reagierte die indische Regierung zunächst so wie die meisten Inder sich dies gewünscht hätten. Man gewährte den flüchtenden Studenten Asyl, bot ihnen eine Basis für ihre Widerstandsbewegung (neben etwas finanzieller Hilfe) und unterstützte eine Tageszeitung sowie eine Radiostation, die der demokratischen Stimme Gehör verschafften.

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