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Europa gegen den Islamischen Staat

PARIS – Nach den Terrorabschlägen in Paris am 13. November, bei denen 130 Menschen ums Leben kamen, schrieb ich einen Artikel mit dem Titel „Wir sind im Krieg“ – und wurde danach von europäischen und außereuropäischen Lesern heftig kritisiert. Wie ich es wagen könne, das Wort „Krieg“ zu verwenden, um die Anschläge zu beschreiben! Worte seien Waffen, und sie falsch zu gebrauchen sei unverantwortlich, sogar gefährlich. Ob ich den von George W. Bushs Hurrapatriotismus nichts gelernt hätte?

Tatsächlich wusste ich genau, was ich tat, als ich dieses Wort wählte. Und letzte Woche verwendete nach dem Terroranschlag in Brüssel auf den Flughafen und eine Metrostation das Einsatzpersonal dasselbe Wort und sprach von der Versorgung von „Kriegsverletzungen“. Daher sage ich es noch einmal: Wir sind im Krieg.

Natürlich ist dies kein herkömmlicher Krieg. Es gab keine offizielle Erklärung der Feindseligkeiten, doch die Anschläge auf Paris und Brüssel waren Kriegshandlungen – vorsätzliche, brutale Manöver geplant von einer Gruppe Leute, die ein großes Gebiet beherrschen.

Diese Handlungen richteten sich nicht nur gegen die Menschen in Europa, sondern auch gegen seine Grundwerte, und sie sind Teil eines umfassenderen Aggressionsmusters, das sich nicht einfach in Luft auflösen wird. Auch wenn das Gebiet des Islamischen Staates in Syrien und im Irak schrumpfen mag, weitet es sich in Libyen aus. Und wer weiß, welche Länder der IS morgen vereinnahmen wird? Teile Algerien etwa könnten anfällig sein.