David Cameron frowning Ben Stevens/ I-images via Zuma Wire

Zerbricht das Pfund am Brexit?

PRINCETON – Auf die Ankündigung der britischen Regierung, am 23. Juni werde eine Volksabstimmung über die weitere Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Union stattfinden, folgte ein schneller und heftiger Absturz des britischen Pfundes. Bis zur Abstimmung wird der Wechselkurs der britischen Währung wohl weiterhin stark schwanken, insbesondere in Momenten, wo ein „Brexit“ wahrscheinlicher erscheint. Daraus könnte eine sich selbst erfüllende Prophezeihung entstehen, in der instabile Märkte und Politik dazu führen, dass die britischen Wähler sich gegen die EU wenden – eine Entwicklung, die sowohl für sie selbst als auch ihre europäischen Mitbürger sehr gefährlich wäre.

Die politischen Auswirkungen könnten an die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts erinnern, als der Wert des Pfundes in Großbritannien geradezu ein Objekt nationaler Besessenheit war. Damals führten Währungskrisen regelmäßig zur Zerstörung der Glaubwürdigkeit der Regierungen und ins politische Chaos. Im August 1931 beispielsweise – inmitten der Großen Depression – musste die Labour-Regierung unter Premierminister Ramsay MacDonald wegen einer Finanzkrise und starkem Druck auf das Pfund zurücktreten. An ihre Stelle trat eine Koalitionsregierung, und die Labour-Partei wurde gespalten.

Durch eine weitere Abwertung und einen darauf folgenden spekulativen Angriff wurde dann 1967 eine weitere Labour-Regierung unter Harold Wilson schwer beschädigt. Die Partei verlor die nächste große Wahl. 1974 gelangte sie wieder an die Macht, aber zwei Jahre später wurde Großbritannien erneut von einer Währungskrise erfasst – die dieses Mal so groß war, dass das Land Hilfe vom Internationalen Währungsfonds benötigte. Erneut verlor Labour die nächste Wahl, und die Partei brach auseinander.

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