Puppets of UK politicians Barcroft Media/Getty Images

Tragikomödie Brexit

PRINCETON – Die übrige Welt schaut derzeit mit einer Mischung als Belustigung und Mitleid zu, wie die britische Politik im Brexit-Zeitalter immer stärker an eine Seifenoper erinnert. Kann das Chaos, das auf das Vereinigte Königreich niedergeht, für Europa oder gar für Großbritannien gut sein? Vielleicht, aber nur in dem Sinne, wie ein Zugunglück Lehren über das bereithält, was man künftig vermeiden muss.

Die politischen Akteure Großbritanniens wissen, dass sie ein Schauspiel aufführen, und sie sprechen offen davon, dass das Leben hier die Kunst imitiere. Ihr Modell ist das Intrigendrama aus Game of Thrones oder der dunklen Komödie House of Cards (der britischen Fassung, nicht dem langatmigen amerikanischen Imitat, das jetzt im Gefolge der sexuellen Missbrauchsvorwürfe gegen seinen Star Kevin Spacey eingestellt wurde).

Anders als in Hamlet, wo am Ende alle tot sind und ein Außenseiter (Fortinbras) auftaucht, um wieder Normalität herzustellen, gibt es in modernen fiktionalen politischen Dramen nie eine zufriedenstellende Auflösung. Insofern stellt das Brexit-Drama eine getreue Nachbildung der Kunst dar: Es kann nicht anders enden als im Chaos.

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