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Die Grenzen von Windows sprengen

Kioto: Zu Beginn des Neuen Jahres ist Microsoft dabei, Betriebstests an seinem neuen Betriebssystem Windows 7 durchzuführen, an dem nur Eines bemerkenswert ist: Es ist fast identisch mit all seinen Vorgängerversionen. Stagnation im Computerdesign ist nichts Überraschendes, bedenkt man, wie bequem Vertrautheit ist.

Freilich kann dies auch die Weiterentwicklung hemmen. Das militärische Nachrichtenwesen ist von ständigen Verbesserungen bei der Kommunikation abhängig und daher ein Bereich, in dem sich das Systemdesign kontinuierlich ändert. Einige dieser Innovationen finden letztlich ihren Weg in den Mainstream; daher kann ein flüchtiger Blick auf die aktuellen Experimente zeigen, wie die Zukunft der normalen Computerinteraktion aussehen könnte und was dabei die Vorteile wären.

Dem Laien begegnet Technologie überwiegend als interaktive Benutzeroberfläche. Ihm ist kaum bewusst, dass jene greifbaren Funktionalitäten, die er als „computerspezifisch“ ansieht, Imitationen anderer Objekte sind: Die Tastatur stammt von der Schreibmaschine, der Bildschirm vom Fernseher.

Im Innern des Computerbildschirms findet man ein virtuelles Büro der 1950er Jahre – mit Papierdokumenten, Aktenschränken und einem Papierkorb. Dieses Fensterformat wird als WIMP-Format bezeichnet; das Akronym steht für Window (Fenster), Icon (Symbol), Mouse (Maus) und Pointer (Zeiger). Aufgrund der Monopolkräfte ist es seit den 1980er Jahren das allgemein gültige Paradigma; in der Computergeschichte ist das eine Ewigkeit.