children bonded labor india PRAKASH SINGH/AFP/Getty Images

Den Kreislauf der Schuldknechtschaft in Indien durchbrechen

NEU DELHI – Meine Kindheit kam erst spät. Als Sohn einer verarmten Familie habe ich in einem Steinbruch in Rajasthan gearbeitet. Ich konnte Felsbrocken knacken, bevor ich meinen Namen schreiben konnte. Meine Eltern waren Schuldknechte, und sobald ich einen Hammer halten konnte, galt dies auch für mich. Wir verdienten wenig und konnten uns kaum ernähren. Meine frühesten Erinnerungen waren, dass ich der Sklave anderer Menschen war: Mein Atem gehörte mir, aber mein Körper und Geist nicht.

Dies war die Tragödie meiner Familie – und Generationen unserer Vorfahren. Auf wundersame Weise konnte ich mich daraus befreien. Die meisten indischen Schuldknechte haben dieses Glück nicht.

Jede Art von Sklaverei ist erniedrigend, aber die Schuldknechtschaft von Kindern – die dazu gezwungen sind, Schulden ihrer Familie abzuarbeiten – zählt zu den grausamsten Formen von Missbrauch. Der Teufelskreis geht wie folgt: Menschen, die Geld brauchen, um ihre hungrigen Familien zu ernähren, nehmen Kredite zu übermäßig hohen Zinsen auf. Wenn sie dann zahlungsunfähig sind, haben sie keine Sicherheit zu bieten – außer ihre Körper und diejenigen ihrer Familienmitglieder.

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