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Die Risiken für die boomende US-Wirtschaft

CAMBRIDGE – Nach einer langen und schleppenden Erholung von der Rezession, die vor zehn Jahren eingesetzt hatte, boomt die Wirtschaft der Vereinigten Staaten wieder. Auf dem Arbeitsmarkt herrscht Vollbeschäftigung, die Inflationsrate steigt und die Haushalte sind optimistisch. Produktionsbetriebe und Wohnungsbauunternehmen profitieren von steigender Aktivität. Die Wirtschaft ist für stärkeres Wachstum im kommenden Jahr gerüstet. Sorgen über eine säkulare Stagnation kommen uns nicht mehr zu Ohren.

Die Arbeitslosenquote insgesamt liegt bei lediglich 4,7 Prozent, während die Arbeitslosigkeit von Akademikern bei nur 2,4 Prozent liegt. Der durchschnittliche Stundenverdienst ist 2,8 Prozent höher als im vergangenen Jahr. Der angespannte Arbeitsmarkt und steigende Löhne veranlassen manch einen, der die Jobsuche aufgegeben hat, wieder ins Erwerbsleben einzutreten, was die Erwerbsquote steigen lässt.

Ein klares Anzeichen, dass die Wirtschaft Vollbeschäftigung erreicht hat ist die steigende Inflation. Die Kernteuerungsrate ‒ also der Verbraucherpreisindex ohne die volatilen Komponenten Energie und Lebensmittel ‒ hat eine Jahresrate von 2,2 Prozent erreicht und ist damit deutlich höher als durchschnittlich 1,8 Prozent in den vorherigen drei Jahren. In den letzten drei Monaten ist die Kerninflation auf Jahresbasis umgerechnet um 2,8 Prozent gestiegen.

Auch das Vermögen der privaten Haushalte steigt. Die Preise für Wohnimmobilien, der wichtigste Vermögenswert für US-Haushalte, sind in den letzten 12 Monaten um 5 Prozent gestiegen. Steigende Aktienkurse haben das anhand breiterer Maßstäbe gemessene Nettovermögen sogar noch schneller wachsen lassen.