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Großer Bruder Google?

MOSKAU: „Google verletzt sein Motto ‚Don’t be evil’.“ Man muss es Google zugute halten: Wenn Sie diesen Satz (auf Englisch) googeln, verweist es auf eine kürzlich stattgefundene Debatte zu diesem Thema, an der ich teilnahm.

Wie die Dinge so liegen, habe ich eine komplexe Beziehung zu Google. Ich habe oft an seinem Trog gefuttert – als persönlicher Gast, beratendes Mitglied im Vorstand von Stop Badware (einer von Google gesponserten NGO) und Rednerin bei seinen Veranstaltungen. Außerdem sitze ich im Vorstand von 23andMe, zu dessen Gründungsmitgliedern die Frau von Google-Mitgründer Sergey Brin gehört.

Zugleich jedoch bin ich im Vorstand des russischen Unternehmens Yandex, einem von einer kleinen Anzahl von Unternehmen weltweit, die Google auf ihren örtlichen Märkten schlagen, sowie von WPP, einer weltweit tätigen Werbe- und Marketingfirma, die für ihre Rivalität zu Google bekannt ist. Und schließlich misstraue ich jeder Art von Machtkonzentration.

Daher habe ich die Chance begrüßt, meine eigenen Gedanken einem Klärungsprozess zu unterwerfen. Ich argumentierte in der Debatte, dass Google nicht gegen sein Motto verstößt. Ich glaube allerdings, dass die Gefahr besteht, dass es das eines Tages tun könnte.