Vorsicht vor Symbolen

Schon lange schwelt die Krise in Argentinien, so lange, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, wann der Brand ausbricht.

Ihre Ursachen gehen auf Entscheidungen zurück, die 1991 getroffen wurden, um die galoppierende Inflation zu bekämpfen, mit der der Todeskampf des Militärregimes begann. In jenem Jahr traf Domingo Cavallo, der damals schon einmal das Amt des Finanzministers innehatte, die hoch symbolische Entscheidung, den Wert des Peso durch einen festen Wechselkurs an den Dollar zu binden. Und nicht nur das. Er führte diese Entscheidung auch auf hoch symbolische Weise aus, indem er den Wechselkurs bei einem Peso zu einem Dollar festlegte.

Als symbolischer Akt war die Maßnahme erfolgreich. Mit dem neuen "harten" Peso ging die Ära der Inflation in Argentinien zu Ende, einer Zeit, in der sich das Land als unfähig erwiesen hatte, seinen Haushalt, seine Währung, seine Inflation oder seinen Wechselkurs unter Kontrolle zu bringen. Dies sollte der Beginn einer neuen Epoche sein, in der sich ein verantwortungsbewusstes, modernes Argentinien mit Sinn für Disziplin Amerika und der Welt öffnete. Aber, um es mit den alten Griechen zu sagen, die Götter zerstören uns, indem sie unsere Wünsche erfüllen. Denn zweifellos liegt die argentinische Währungsreform vor einem Jahrzehnt an der Wurzel der aktuellen Krise.

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