Zocken mit den eigenen vier Wänden

Wenn man so will, schließen Haus- und Wohnungseigentümer weltweit Wetten auf die Wertentwicklung ihrer Immobilien ab. Aufgrund von Spekulationsblasen in den Immobilienmärkten „glamouröser“ Städte wie London, Paris, Madrid, Rom, Istanbul, Moskau, Schanghai, Hangzhou, Sydney, Melbourne, Vancouver, Los Angeles, Las Vegas, Boston, New York, Washington, D.C. und Miami gehen sie dabei häufig ein hohes Risiko ein. Diese spekulativen Blasen können sich weiter ausdehnen, oder sie können platzen – und dann bleiben viele Eigentümer auf hohen Schuldenbergen sitzen.

Das Risiko, dem die Eigenheimpreise nach einer Spekulationsblase ausgesetzt sind, ist real – und es ist beträchtlich: Während des letzten Zyklus von Immobilienmarkt-Zusammenbrüchen fielen die realen (inflationsbereinigten) Eigenheimpreise in London zwischen 1988-95 um 46%, in Los Angeles zwischen 1989-1997 um 41%, in Paris zwischen 1991-98 um 43%, in Moskau zwischen 1993-97 um 67% und in Schanghai zwischen 1995-1999 um 38%. In allen Fällen kehrte sich der Preisverfall schließlich um, und all diese Märkte erlebten in der jüngsten Zeit einen Boom. Dies allerdings ist keine Garantie dafür, dass künftige Preisrückgänge ähnlich enden werden. Im Gegenteil: Der künftige reale Wert unserer Privatimmobilien ist im Grunde ungewiss.

Die meisten Eigentümer von Privatimmobilien gehen dieses Glückspiel nicht zum Vergnügen ein. Sie kaufen eine Immobilie, weil sie sie brauchen. Weil sie jedoch nichts tun, um sich gegen die im Hinblick auf ihr Eigenheim bestehenden Preisrisiken abzusichern, sind sie unabsichtliche Spieler. Tatsächlich gibt es kaum ein Land, in dem die Eigentümer von Eigenheimen etwas tun, um sich abzusichern – weil es außer dem dem Verkauf ihrer Immobilie nichts gibt, was sie tun können. Ein Markt für Immobilienderivate, der helfen könnte, diese Risiken auszugleichen, entwickelt sich erst ganz allmählich.

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