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Neue Unsicherheit bei den Atomwaffen

LOS ANGELES – Niemand würde die Gefahr leugnen, die im Besitz nuklearer Waffen liegt. Aber auf einem Schlachtfeld, auf dem nukleares Material und Waffen diebstahlgefährdet sind und Reaktoren zu Bombenzielen werden können, ist diese Gefahr noch viel akuter. Diese Risiken – die besonders im Chaos des heutigen Nahen Osten ins Auge fallen – werfen beunruhigende Fragen über die Sicherheit von Nuklearmaterial in unberechenbaren Ländern auf der ganzen Welt auf.

Zwei kürzliche Ereignisse zeigen, was auf dem Spiel steht: Am neunten Juli hat die militante Gruppe, die heute als „Islamischer Staat“ bekannt ist, an der Universität von Mossul im Irak vierzig Kilogramm Uranpräparate erbeutet. Da internationale Inspektoren nach dem Golfkrieg von 1991 alle gefährlichen Materialien aus dem Irak entfernt hatten (und daher bei der US-Invasion 2003 auch keine vorhanden waren), ist das erbeutete Uran nicht waffenfähig. Aber wie hätte die internationale Gemeinschaft reagiert (wenn überhaupt), wäre die Beute hoch angereichert gewesen?

Am gleichen Tag startete die Hamas in Gaza drei schlagkräftige Raketen aus iranischer Produktion in Richtung des israelischen Dimona-Reaktors. Glücklicherweise haben zwei davon ihr Ziel verfehlt, und die dritte konnte durch Israel abgefangen werden. Aber der Zwischenfall bedeutete eine ernsthafte Eskalation der Feindseligkeiten und diente als wichtige Erinnerung an die Verletzlichkeit nuklearer Reaktoren in Kriegsgebieten.

Bereits 2012 unternahm die Hamas ähnliche Angriffsversuche auf die Dimona-Anlage, ebenso wie der Irak im Jahr 1991. Das Ziel bestand darin, der israelischen Bevölkerung durch die Freisetzung des Reaktorinhalts Strahlenschäden zuzufügen. (Die Täter scheinen nicht gewusst zu haben, dass sich der radioaktive Niederschlag bei bestimmten Wetterbedingungen über dem palästinensischen Westjordanland gesammelt hätte.)