Benazir Bhuttos riskantes Spiel

Je mehr der erste Schock der Terrorattentate gegen die pakistanische Oppositionsführerin Benazir Bhutto verblasst, desto deutlicher wird: Für Bhutto waren diese ein politischer Segen, der eine deutlich über ihre Hochburg Sindh hinausreichende Welle öffentlicher Sympathie ausgelöst hat. Trotzdem hat Bhutto Schwierigkeiten, diesen Wandel der öffentlichen Stimmungslage in zunehmende politische Unterstützung umzumünzen.

Bhutto, Vorsitzende der Pakistanischen Volkspartei, braucht nach ihrer Rückkehr aus dem Exil jede nur mögliche Unterstützung. Ihre Entscheidung, ein Bündnis mit dem unbeliebten pakistanischen Militärherrscher Pervez Musharraf einzugehen, untergräbt weiter ihren Anspruch, eine Wiederherstellerin der Demokratie und Fürsprecherin der kleinen Leute zu sein. Musharraf, der einen Teil der von ihm monopolisierten Macht abgeben wird, hat der Deal zu größerer öffentlicher Legitimität verholfen. Doch haben beide wenig für einander übrig, und politisch gemeinsam haben sie noch weniger.

Theoretisch hätten die Selbstmordattentate gegen Bhutto beide enger zusammenführen sollen. Schließlich haben militante Islamisten wiederholt versucht, Musharraf zu ermorden. Stattdessen bezichtigte Bhutto Mitglieder von Musharrafs eigener Partei, der Pakistanischen Muslimliga (PML-Q), und seiner Regierung, bei dem Anschlag eine Rolle gespielt zu haben. „Es bleibt ein Thema, dass weder Bundesminister Ijaz ul Haq noch der PML-Q-Vorsitzende Chaudhry Shujaat je Ziel von Selbstmordattentätern waren“, sagte sie. Shujaat revanchierte sich, indem er sie nur halb im Scherz als Terroristin bezeichnete. Musharraf hat Bhuttos Aussagen zurückgewiesen.

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