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Den Ölbaronen ein Schnippchen schlagen

WASHINGTON DC – Der Ölpreis hat sich in den letzten achtzehn Monaten verdoppelt und der Weltwirtschaft dadurch enorme Kosten verursacht.  Die starke weltweite Nachfrage aufgrund des Bedarfs in aufsteigenden Ökonomien wie China hat den Preisanstieg zweifellos verstärkt. Aber das Ausmaß dieses Anstiegs geht doch über normale Faktoren wie Angebot und Nachfrage hinaus und deutet daher auf Spekulationen hin. Dies unterstreicht die Notwendigkeit politischer Maßnahmen zur Bereinigung des Ölmarktes.

Aufgrund ihres Glaubens an die Märkte halten die meisten Ökonomen nichts von der Theorie, dass Spekulationen schuld am Preisanstieg sind. Wäre dies tatsächlich der Fall, so die Ökonomen, müsste es einen Anstieg der Vorräte geben, denn höhere Preise würden zu vermindertem Verbrauch führen, wodurch Spekulanten gezwungen wären, größere Lager anzulegen. Die Tatsache, dass Vorräte nicht angestiegen sind, entlaste angeblich die Ölspekulanten.

Die Zusammenhänge sind jedoch weit komplexer, denn die Ölnachfrage ist extrem preisunempfindlich. Kurzfristig ist es technisch schwierig, den Verbrauch anzupassen. So ist beispielsweise die Treibstoffeffizienz jedes Autos und jedes LKW eine fixe Größe und der größte Teil der Transporte obliegt nicht dem freien Ermessen. Obwohl höhere Flugpreise die Zahl der verkauften Tickets senken können, reduzieren Fluggesellschaften ihren Treibstoffverbrauch nur, wenn sie Flüge streichen.

Dies veranschaulicht einen grundsätzlichen Punkt: kurzfristig ist verminderte ökonomische Aktivität die wichtigste Möglichkeit, die Nachfrage zu verringern. Aus diesem Grund und weil es keine Rezession gibt, ist die Nachfrage im letzten Jahr größtenteils unverändert geblieben.