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Automatische Sparer

Reichtum fasziniert die Menschen. Sie lieben es, den Wohlhabenden zuzusehen und den Gedanken an ihre schönen Häuser, Luxusreisen, schicken Autos und Feinschmeckeressen auszukosten. Doch würde man daraus ableiten, dass die Menschen viel Zeit darauf verwenden, die lebenslange Ansparung ihres eigenen Vermögens zu planen, so läge man falsch.

Die meisten Menschen scheinen sich keine sehr großen Gedanken darüber zu machen, wie viel sie von ihrem Einkommen sparen sollten oder wie groß ihr Vermögensunterschied in späteren Jahren sein könnte, wenn sie heute nur ihre Sparquote anpassen würden. Die meisten Menschen zahlen einfach ihre Hypothek ab, leisten die Pflichtbeiträge zu ihrer staatlichen oder privaten Rentenversicherung (wenn sie eine haben) und legen etwas Geld für kurzfristige Eventualitäten zurück. Das ist alles.

Der Wirtschaftswissenschaftler Frank Ramsey schrieb in einem berühmten Artikel, der 1928 veröffentlicht wurde, dass es den Menschen an „Vorstellungskraft mangelt“, wie ihr jetziges Handeln ihre eigene Zukunft beeinflusst. Er meinte, wenn die Menschen richtig darüber nachdächten, würden sie wohl zu dem Schluss gelangen, dass sie die Hälfte ihres Einkommens sparen sollten. So könnte das gesparte Vermögen sie in ihrem späteren Leben sehr glücklich machen. Doch denken sie meistens nicht einmal über diese Möglichkeit nach.

Richard Thaler, ein zeitgenössischer Ökonom, sprach 1980 von einem „Ausstattungseffekt“. Obwohl die Menschen vielleicht andere Dinge bewundern mögen, handeln sie, als wären sie zum größten Teil zufrieden mit dem, was sie bereits haben, und ihnen fehlt der Wille, wirkliche Veränderungen in Betracht zu ziehen.