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Eine gute Nachricht für die Menschheit

CANBERRA – Wir sind von schlechten Nachrichten umgeben. Die Welt muss sich mit der Möglichkeit auseinandersetzen, dass nächsten Januar ein sexistischer, rassistischer Ignorant in das Weiße Haus einzieht. In Russland und China befinden sich eingefleischte Autoritäre bereits an der Macht. Populisten unterschiedlicher Abscheulichkeit siegen bei Wahlen von Polen bis zu den Philippinen. Und in beinahe jedem Land, das mit der gegenwärtigen Flüchtlingskrise konfrontiert ist  - auch in meinem eigenen - gewinnt die Islamophobie die Oberhand über menschliches Mitgefühl. Was Abraham Lincoln in seiner ersten Amtsantrittsrede als „die besseren Engel unserer Natur” bezeichnete, scheint sich auf dem Rückzug zu befinden.  

Hin und wieder allerdings ereignen sich Geschichten, die uns Grund zur Hoffnung geben, dass menschlicher Anstand letztlich triumphiert. Vor kurzem stieß ich auf vier derartige Geschichten, die möglicherweise einen besonderen Beitrag leisten, die herrschende düstere Stimmung zu überwinden. Letzten Monat wurden in der armenischen Hauptstadt Jerewan im Rahmen der ersten Verleihung des Aurora-Preises zur Förderung der Menschlichkeit die Geschichten von Menschen gewürdigt, die mehr weltweite Aufmerksamkeit verdienen, als ihnen zu jenem Zeitpunkt zuteil wurde, da sie sich ereigneten.

Bei einem der Finalisten handelt es sich um Pater Bernard Kinvi. Er leitet ein Missionskrankenhaus, von dem aus ein riesiges Gebiet inmitten der Zentralafrikanischen Republik medizinisch betreut wird. Als dort der grausame Religionskrieg zwischen muslimischen Rebellen und christlichen Milizen wütete, der auch die von ihm betreute Region spaltete, versorgte er die Wunden der Kämpfer und versteckte ohne Furcht oder Vorurteile die Opfer beider Kriegsparteien. Er tat das monatelang unter immensem persönlichem Risiko und wiederholten Drohungen von den Anführern beider Seiten, die ihm vorwarfen, den Feind zu unterstützen.   

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