Das Trinkproblem der Dritten Welt

SINGAPUR – Bei seinem letzten Treffen in Davos veröffentlichte das Weltwirtschaftsforum seinen neunten jährlichen Global Risks Report, der auf einer Studie mit mehr als 700 führenden Unternehmern, Regierungsbeamten und Akteuren aus dem Non-Profit-Bereich beruht und die schwerwiegendsten Risiken für die Welt in den nächsten zehn Jahren aufzeigen soll. Das vielleicht Bemerkenswerteste war, dass vier der zehn aufgeführten Bedrohungen in diesem Jahr im Zusammenhang mit Wasser stehen.

Zu diesen Risiken zählen Wasserkrisen, die aus Düren und Überschwemmungen, der Verschlechterung der Wasserqualität und schlechtem Wassermanagement resultieren; das Versäumnis, den Klimawandel aufzuhalten und sich an ihn anzupassen; häufigere Extremwetterereignisse; und Nahrungsmittelkrisen, die zumindest teilweise durch Wasserknappheit ausgelöst werden. Doch hebt der Bericht die größte Besorgnis im Zusammenhang mit Wasser nicht hervor: genügend Trinkwasser sicherzustellen. Hinzukommt, dass die internationalen Organisationen das Problem zwar erkennen, ihr Lösungsansatz allerdings völlig falsch ist.

2012 gaben die Vereinten Nationen bekannt, dass das Millenniumsentwicklungsziel, die Anzahl der Menschen ohne nachhaltigen Zugang zu sicherem Trinkwasser zu halbieren, lange vor dem geplanten Datum erreicht worden sei und lediglich 783 Millionen Menschen immer noch keinen Zugang zu sauberem Wasser hätten. Doch nach Schätzungen des Third World Center for Water Management trinken weltweit immer noch mindestens drei Milliarden Menschen Wasser zweifelhafter Qualität. AquaFed, das die privaten Wasserunternehmen vertritt, schätzt die Zahl auf 3,4 Milliarden – fast die Hälfte der Weltbevölkerung. Das legt den Schluss nahe, dass die UNO, gelinde gesagt, ihre Siegeserklärung zu früh verkündet hat.

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