Meryl Streep Kevin Winter/Getty Images

Lachen im Dunkeln

LONDON – Als ehemalige sowjetische Staatsbürgerin kann ich Ihnen eines sagen: es ist nie ein gutes Zeichen für ein politisches System, wenn Künstler beginnen, ihre Stimme dagegen zu erheben. Und wenn ihre Äußerungen sichtlich einen wunden Punkt treffen, ist das System aller Wahrscheinlichkeit nach krank.

In einer Demokratie kann Kunst einfach ignoriert werden. Freilich kann man Kultur schätzen, aber das ist eine Frage der persönlichen Entscheidung und keine Notwendigkeit. Gleichgültigkeit ist ein Luxus derjenigen, deren Freiheiten gut geschützt sind. Sind diese Freiheiten allerdings bedroht, entwickelt sich die Kunst zu einer entscheidenden Verteidigungslinie. Diese Lektion lernen die Vereinigten Staaten gerade. 

Innerhalb von nur etwas mehr als einem Monat hat Präsident Donald Trump die Regeln der amerikanischen Politik verändert – und das nicht zum Besseren. Wenn die Fakten im Widerspruch zur Linie seiner Regierung stehen – oder, noch schlimmer, womöglich auf seine Unbeliebtheit hindeuten - brandmarkt er Journalisten, die darüber berichten, als Überbringer von „Fake News“ und „Feinde” des amerikanischen Volkes.

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