Argentiniens Präsidentschaft: zwei zum Preis von einem

Cristina Fernández de Kirchners Sieg bei den argentinischen Präsidentschaftswahlen läutet ein über die nationalen Grenzen hinaus wirkendes politisches Experiment ein: das der „herrschenden Paare“. Nicht, dass die Kirchners global viel Einfluss hätten. Aber sie sind dem Machtduo, dass die Clintons in den Vereinigten Staaten bilden könnten, um ein Jahr voraus, was ihnen eine Aura von Bedeutung verleiht, die weit über Lateinamerika hinausreicht.

Néstor Kirchner, Cristinas Gatte und derzeitiger argentinischer Präsident, wollte nicht noch einmal kandidieren – obwohl er es gesetzlich gedurft hätte und trotz der Tatsache, dass die Wähler ihn seiner Frau vorzogen. Laut Kirchners innerem Kreis wollte er es vermeiden, eine „lahme Ente“ zu werden und zum Ende seiner zweiten Amtszeit hin an Macht zu verlieren.

Hier liegt eine mögliche Inspiration für die frühe Machtübergabe an seiner Frau. In Argentinien ist eine Wiederwahl – anders als in den USA – unbegrenzt möglich, solange der Präsident zwei aufeinander folgende Amtszeiten nicht überschreitet. Also kann in vier Jahren Cristina dieselbe Idee haben und den Stab an Néstor zurückreichen, der dann seinerseits in vier Jahren aus dem Amt scheidet, um keine „lahme Ente“ zu werden. Usw. usf.

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