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Argentiniens Energiedilemma

BUENOS AIRES – Die Zwangsenteignung fast des gesamten Anteils des spanischen Unternehmens Repsol am argentinischen Energiekonzern YPF, die von Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner in einer vehementen Rede angekündigt wurde, hat weltweit Alarm ausgelöst. Sollten keine enormen Investitionen in den Sektor fließen, werden die Energieprobleme des Landes durch diese Aktion allerdings nicht gelöst.

Repsol erlangte 1999 die vollständige Kontrolle über YPF, und im Februar 2008 überschrieb das Unternehmen einen Teil seiner Anteile auf die Petersen Group, die heute 25% hält. Repsol hält momentan 57%, und der Rest befindet sich in den Händen von Aktieninvestoren. Die argentinische Regierung plant, 51% zu enteignen, was Repsol 6% übrig lässt.

Bei dem Anteilsverkauf 2008 einigten sich die beiden Hauptaktionäre darauf, mindestens 90% der zukünftigen Gewinne bar auszuschütten. Diese Entscheidung sollte der Petersen Group ermöglichen, Bankschulden zurückzuzahlen, und Repsol selbst konnte mit dem Aktienkauf fortfahren, für den keine Anzahlung geleistet worden war.

In der weltweiten Ölindustrie stellt dies eine außerordentlich hohe Dividende dar. Im letzten Jahrzehnt verringerten sich die Reserven von YPF deutlich, ebenso wie diejenigen der meisten argentinischen Ölgesellschaften, da die Investitionen in die Förderung stark zurückgefahren worden waren.