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Sind ausländische Investoren noch willkommen?

Die weltweiten Ströme ausländischer Direktinvestitionen (Foreign Direct Investment, FDI) sind im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte in die Höhe geschnellt, von $ 40 Milliarden in den frühen 80er Jahren auf $ 900 Milliarden im letzten Jahr. Die Gesamtsumme der Auslandsdirektinvestitionen hat heute fast $ 10 Billionen erreicht, was sie zum wichtigsten Mechanismus für die Lieferung von Waren und Dienstleistungen an ausländische Märkte macht: Die Verkäufe durch ausländische Partnerunternehmen betragen insgesamt ungefähr $ 19 Billionen, verglichen mit Weltexporten von $ 11 Billionen. Gleichzeitig war die Liberalisierung der FDI-Vorschriften in nahezu allen Ländern eine treibende Kraft für den konzerninternen Handel – das Herzblut des aufkommenden Systems der integrierten internationalen Produktion macht bereits ein Drittel des Welthandels aus. Doch sind die guten Zeiten bald vorbei?

FDI kann eine Reihe von Vorteilen bringen, es kann aber auch Nachteile haben. In den 70er Jahren, als die multinationalen Gesellschaften, die solche Investitionen vornahmen, ins Visier der Öffentlichkeit gerieten, glaubten viele Regierungen, dass die Nachteile von ausländischen Direktinvestitionen ihre Vorteile überträfen, und kontrollierten sie dementsprechend. Unter der Führung der Industrieländer begann das Pendel in den 80er Jahren in die andere Richtung auszuschlagen. Die zuvor als Teil des Problems angesehenen ausländischen Direktinvestitionen wurden nun Teil der Lösung zur Förderung von Wirtschaftswachstum und Entwicklung.

Nichts belegt dies besser als die Änderungen in den nationalen FDI-Vorschriften. Wie die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung berichtet, waren 93 % der 2156 Änderungen, die zwischen 1991 und 2004 stattgefunden haben, darauf ausgerichtet, ein freundlicheres Umfeld für multinationale Gesellschaften zu schaffen. Doch besteht die reale Gefahr, dass das Pendel nun wieder in die andere Richtung ausschlägt, was zu einer Umkehrung dieses Liberalisierungsprozesses führen würde.

In den Industrieländern (und in zunehmendem Maße in aufstrebenden Märkten) nehmen ausländische Direktinvestitionen oft die Gestalt von grenzübergreifenden Fusionen und Übernahmen (Mergers and Acquisitions, M&As) an. Der Widerstand gegen solche M&A-Geschäfte nimmt zu, wenn davon inländische Firmen betroffen sind, die von Politikern als „nationale Ikonen“ angesehen werden oder ihnen für die nationale Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung oder kulturelle Identität wichtig erscheinen. Die wachsende Beteiligung von Private-Equity-Gruppen an M&A-Aktivitäten bedeutet zusätzliche Kontroversen, da solche Transaktionen normalerweise als reine Spekulationsgeschäfte angesehen werden.