molina3_Martin ZwickREDA&COUniversal Images Group via Getty Images_greenland ice sheet Martin Zwick/REDA&COU/Universal Images Group via Getty Images

Die Zeitbombe am oberen Ende der Welt

SAN DIEGO Es ist schwer, sich zerstörerischere Folgen des Klimawandels vorzustellen, als die Feuer in Kalifornien, Oregon und Washington, oder die Hurrikane, die an der Golfküste ankommen – und diese manchmal verwüsten. Auch in Indien, Pakistan und Europa gab es tödliche Hitzewellen, und in Südostasien verheerende Überflutungen. Aber uns steht noch viel Schlimmeres bevor. Eine dieser Gefahren ist so groß, dass sie allein schon die gesamte Menschheit bedroht: das schnelle Verschwinden des arktischen Meereseises.

Um es mit einem Film von Alfred Hitchcock auszudrücken: Diese Klima-„bombe“ – die irgendwann die Geschwindigkeit der globalen Erwärmung mehr als verdoppeln könnte – hat einen Zeitzünder, der mit zunehmender Sorge beobachtet wird: Jedes Jahr im September erreicht die Ausbreitung des arktischen Meereseises ihr geringstes Niveau, bevor sie aufgrund längerer Dunkelheit und fallender Temperaturen wieder größer wird. Zu diesem Zeitpunkt vergleichen die Wissenschaftler die Größe der Eisfläche mit der der Vorjahre.

Das Ergebnis sollte uns allen Angst machen: In diesem Jahr zeigen die Messungen des National Snow and Ice Data Center in Boulder, Colorado, dass es weniger Eis in der mittleren Arktis gibt als jemals bevor, und gerade veröffentlichte Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Wintermeereseis in der arktischen Beringsee 2018 und 2019 sein niedrigstes Niveau seit 5.500 Jahren erreicht hat.

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