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mahroum18_HAIDAR HAMDANIAFP via Getty Images_iraqprotestfire Haidar Hamdani/AFP via Getty Images

Die arabische Welt braucht eine Brexit-Debatte

BARCELONA – In den letzten drei Jahren hat die Welt bestürzt miterlebt, wie das Vereinigte Königreich seinen Austritt aus der Europäischen Union plant – also den Brexit. Das das Land die EU verlässt, wird die britische Wirtschaft empfindlich treffen. Aber aus arabischer Perspektive betrachtet ist die lange Brexit-Debatte kein Zeichen eines politischen Zusammenbruchs. Im Gegenteil, nur ein Land, in dem es eine so tief verankerte politische Reife gibt wie in Großbritannien, kann überhaupt hoffen, einen derartigen Einschnitt in die rechtlichen, kommerziellen und sogar sozialen Beziehungen zu überstehen, die im letzten halben Jahrhundert entstanden sind.

Die arabische Welt hingegen hat seit 1948 in jedem Jahrzehnt mindestens ein großes, an den Brexit erinnerndes Ereignis erlebt – und diese politischen, wirtschaftlichen und sozialen Spaltungen scheinen nie zu heilen. Die erste dieser Episoden war die Gründung des Staates Israel und der daraus resultierende palästinensische „Brexit“ aus dem Gebiet, der zum jüdischen Staat wurde. Ein großer Teil des historischen Palästina wurde verlassen, und seine Einwohner mussten noch Jahrzehnte in Flüchtlingslagern leben. Eine ganze arabische Volkswirtschaft verschwand, und Israel wurde von seinen arabischen Nachbarn boykottiert.

Dann führte Ägypten unter seinem Präsidenten Gamal Abdel Nasser von 1952 bis 1970 ein wirtschaftliches Nationalisierungsexperiment durch, das durch Importsubstitution geprägt war und die geschäftlichen Verbindungen zum Rest der Region erheblich schwächte. Und als Nassers Nachfolger Anwar Sadat 1979 einen Friedensvertrag mit Israel unterzeichnete, bestraften die arabischen Länder Ägypten mit einem wirtschaftlichen und politischen Boykott.

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