Saudi Arabian child NurPhoto/Getty Images

Die schweigende arabische Mehrheit muss ihre Stimme erheben

ALGIERS – Seit das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen im Jahr 2001 seine Arbeit an den Arabischen Berichten über die menschliche Entwicklung aufnahm, hat sich die Situation in vielen arabischen Ländern noch weiter verschlechtert. Tatsächlich kann man sich in der Region heute nicht einmal darauf verständigen, überhaupt einen neuen Bericht herauszugeben. Dieser Umstand ist bedauerlich, da eine neue gemeinsame Vision für alle arabischen Menschen, insbesondere für die arabische Jugend, eine Voraussetzung für Frieden und Wohlstand im Nahen Osten und Nordafrika ist.

Der erste im Jahr 2002 veröffentlichte Arabische Bericht über die menschliche Entwicklung wies drei zentrale, die Region hemmende „Entwicklungsdefizite“ aus: Wissen, Stärkung der Frauen und Freiheit. Der laut Beschreibung „von Arabern für Araber verfasste” Bericht zeigte deutlichen Einfluss auf das regionale Entwicklungsnarrativ und auf die Art und Weise, wie nationale Eliten über die Probleme in ihren Gesellschaften sprachen.

In der Zeit der Veröffentlichung des ersten Berichts hatte man in der arabischen Welt Grund zu Optimismus. Israel, das sich im Jahr 2000 aus dem Libanon zurückgezogen hatte, zog 2005 auch aus Gaza ab. Neue arabische Staatschefs – wie Abdullah II. in Jordanien, Mohammed VI. in Marokko und Baschar al-Assad in Syrien – übernahmen ihre Ämter und sorgten für Hoffnungen auf einen Wandel. Saudi Arabien kündigte 2003 die ersten Kommunalwahlen an, die 2005 auch tatsächlich abgehalten wurden. Und Algeriens Bemühungen, die langjährigen Unruhen im Land niederzuschlagen, gestalteten sich, teilweise aufgrund des in diesem Zeitraum durchgehend hohen Ölpreises, größtenteils erfolgreich.

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