Tony Karumba/Stringer/Getty Images

Antimikrobielle Resistenzen: Jetzt oder nie

LONDON – Für uns ist oft selbstverständlich, dass jede Infektion, die wir uns zuziehen geheilt werden kann und die allmächtige moderne Medizin genau das tun wird, was sie tun soll.

Und jetzt stellen Sie sich ein anderes Szenario vor: Bei Ihnen wird eine potenziell lebensbedrohliche Infektionskrankheit festgestellt, die früher innerhalb von Wochen oder Monaten behandelbar war, man sagt Ihnen jedoch, dass Ihre Behandlung mindestens zwei Jahre dauern wird und dass Ihnen über Monate täglich Injektionen und rund 14.000 Tabletten mit schweren Nebenwirkungen verabreicht werden. Sie „haben das Glück“ zur Minderheit derjenigen zu gehören, die überhaupt eine Diagnose bekommt und behandelt wird, aber Ihre Chancen die Krankheit zu besiegen stehen trotzdem nur 50:50.

Die meisten von uns würden dieses Szenario nicht mit „moderner Medizin“ in Verbindung bringen, aber es ist tragische Realität für diejenigen Menschen – 500.000 an der Zahl, Tendenz steigend –, die an multiresistenter Tuberkulose, kurz MDR-TB, leiden. MDR-TB ist das, was passiert, wenn Arzneimittel ihre Wirksamkeit gegen neue Erregerstämme zuvor behandelbarer Infektionen verlieren. Tuberkulose führt heute die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an. Sie fordert jedes Jahr weit über eine Million Todesopfer und während Gesundheitsversorger versuchen sie zu bekämpfen, ist MDR-TB in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen weiter auf dem Vormarsch.

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