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Argentinien – gefangen in Staatsanleihen

WASHINGTON, DC – Staatsanleihen waren in letzter Zeit erneut in den Nachrichten, diesmal aufgrund eines Urteils des Obersten Gerichtshofes des USA zu den Schulden Argentiniens. Infolge dieses Urteils dürfte sich ein schon jetzt kompliziertes Problem weiter verkomplizieren.

Staatsanleihen sind seit Jahrhunderten ein wichtiger Faktor des internationalen Finanzsystems. Schon viele Könige borgten sich – häufig international – Geld, um Kriege und sonstige Ausgaben zu finanzieren. Wenn sie dieses dann nicht zurückzahlen konnten, was ab und zu vorkam, kam es zu einem staatlichen Zahlungsausfall.

Heute sind es zumeist demokratisch gewählte Regierungen, die Kredite aufnehmen, aber auch diese kommen gelegentlich in eine Situation, in der ihre Schulden untragbar werden und sie Hilfe vom außen brauchen, um ihre Verpflichtung zur Bedienung ihrer Schulden weiter zu erfüllen.

Wenn private Unternehmen (oder Landesregierungen oder Kommunen) insolvent werden, gibt es normalerweise rechtliche Konkursverfahren, zum festzulegen, was zu tun ist. Ohne derartige Verfahren könnte eine Marktwirtschaft nicht funktionieren.