Anatomie des Thatcherismus

London – In diesem Monat jährt sich die Machtübernahme Margaret Thatchers zum dreißigsten Mal. Obwohl durch verschiedene spezifisch britische Umstände verursacht, wurde die Thatcher-Revolution – oder besser: die Thatcher-Reagan-Revolution – sofort zu einer erkennbaren globalen Marke. Die Ideen, die sich damit verbanden, standen hinter einer Politik, die die Märkte von der Einmischung durch den Staat befreien sollten. Drei Jahrzehnte später ist die Welt in einer Rezession, und viele machen genau diese Ideen dafür verantwortlich.

Und tatsächlich geht man auch jenseits der politischen Linken davon aus, dass die anglo-amerikanische Version des Kapitalismus gescheitert ist. Sie wird für den fast vollständigen Kollaps der Finanzmärkte verantwortlich gemacht. Aber mit einem Abstand von 30 Jahren wissen wir, welche Elemente der Thatcher-Revolution bewahrt bleiben und welche im Licht des heutigen Wirtschaftsabschwungs abgeändert werden sollten.

Die Ansicht, die am offensichtlichsten berichtigt werden muss, ist die, dass minimal gesteuerte und regulierte Märkte sowohl stabiler als auch dynamischer sind als die, die stark vom Staat reguliert werden. Die Annahme des Thatcherismus war, in anderen Worten, dass staatliches Versagen weitaus bedrohlicher ist als Marktversagen.

To continue reading, please log in or enter your email address.

To continue reading, please log in or register now. After entering your email, you'll have access to two free articles every month. For unlimited access to Project Syndicate, subscribe now.

required

By proceeding, you are agreeing to our Terms and Conditions.

Log in

http://prosyn.org/VuG0GP0/de;

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated cookie policy and privacy policy.