Ein IWF, wie wir ihn mögen?

CAMBRIDGE – Wie sehr sich doch die Situation des Internationalen Währungsfonds durch die Krise verändert hat. Erst vor ein paar Monaten schien diese wichtige, aber ungeliebte Institution, ein Wahrzeichen des ökonomischen Gefüges der Nachkriegszeit, dem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit geweiht.  

Der IWF war lange Zeit Prügelknabe für Linke wie für Rechte. Für erstere aufgrund des Beharrens auf Budgetdisziplin und ökonomische Orthodoxie und für letztere aufgrund seiner Rolle bei den Rettungsaktionen für verschuldete Länder.  Die Entwicklungsländer nahmen seinen Rat zähneknirschend zur Kenntnis, während ihn die Industrieländer, die sein Geld nicht brauchten, ignorierten. In einer Welt, in der die dem IWF zur Verfügung stehenden Ressourcen neben den privaten Kapitalflüssen verblassen, erschien der Fonds zunehmend als Anachronismus. 

Und als einige der größten Schuldner des IWF (Brasilien und Argentinien) vor ein paar Jahren auch noch mit der vorzeitigen Rückzahlung ihrer Schulden begannen und kein neuer Schuldner in Sicht war, schien das Ende nahe. Man hatte den Eindruck, als wäre der IWF zum Verlust seiner Einnahmequellen und seiner Geschäftsgrundlage verurteilt. Der Fonds reduzierte sein Budget, begann sich insgesamt zu verkleinern und obwohl man ihn mittlerweile ein paar neue Verantwortlichkeiten übertragen hatte – vor allem die Überwachung der „Währungsmanipulation“ – erwiesen sich seine Anweisungen als großteils irrelevant.

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