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Das schmutzige Geheimnis der US-Wirtschaft

SAN DIEGO – Es gibt, was die Wirtschaft von heute angeht, ein schmutziges kleines Geheimnis: Die USA haben vom globalen Abschwung profitiert und tun dies auch weiterhin. Die US-Wirtschaft brummt, während zugleich in Großbritannien Demonstranten Brexiteers mit Milkshakes bewerfen, der französische Staatspräsident Emmanuel Macron nihilistische Gelbwesten-Marschierer konfrontiert und chinesische Technologieunternehmen wie Huawei befürchten, aus Auslandsmärkten verdrängt zu werden.

Die US-Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 2,9% gewachsen, während die Eurozone um nur 1,8% zulegte, was Präsident Donald Trump noch mehr Vertrauen in seinen konfrontativen Stil verlieh. Doch ist ein relativ starkes US-Wachstum inmitten allgemeiner Stagnation anderswo nicht das, was die Wirtschaftslehrbücher prognostizieren würden. Was ist los mit der eng integrierten Weltwirtschaft, für die sich der Internationale Währungsfonds und die Weltbank seit dem Zweiten Weltkrieg stark gemacht und die sie in jüngster Zeit bejubelt haben?

Die US-Wirtschaft durchläuft zurzeit eine vorübergehende, aber starke Phase, in der die Schwäche des Auslands die Lebensgeister im Inland weckt. Doch hat diese wirtschaftliche Euphorie nichts mit der Bösartigkeit und Niedertracht der Trump-Ära zu tun, aber dafür viel mit den Zinssätzen.

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