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Amerikas vom Krieg zerrüttete Wirtschaft

NEW YORK – Mancherorts ist zu hören, dass es bei den bevorstehenden Wahlen in den USA zwei Themen gibt: den Irakkrieg und die Wirtschaft. Wenn der Krieg besser läuft als erwartet und die Wirtschaft wieder schlechter, überlagert das Kriegsthema die Wirtschaftsfrage. Aber es läuft in beiden Bereichen nicht gut. In gewisser Weise gibt es eigentlich nur ein Thema und das ist der Krieg, denn der hat die wirtschaftlichen Probleme Amerikas verschlimmert. Und wenn die größte Ökonomie der Welt krank ist – und momentan ist sie sehr krank – leidet die ganze Welt.

Allgemein galten Kriege als gut für die Wirtschaft. Es ist eine weit verbreitete Ansicht, dass der Zweite Weltkrieg dazu beitrug, die Weltwirtschaft aus der Großen Depression zu holen. Aber zumindest seit Keynes wissen wir, wie man die Wirtschaft wirksamer ankurbelt und zwar auf eine Art und Weise, die die langfristige Produktivität steigert und den Lebensstandard erhöht.

Vor allem der Irakkrieg ist nicht gut für die Wirtschaft und zwar aus drei Gründen. Erstens, weil er zu steigenden Ölpreisen beitrug. Als die Vereinigten Staaten in den Krieg zogen, kostete ein Fass Rohöl weniger als 25 Dollar und auf den Futures-Märkten wurde erwartet, dass dieser Zustand zehn Jahre anhalten würde.  Die Futures-Händler wussten um das Wachstum Chinas und anderer Schwellenmärkte, aber sie rechneten damit, dass sich das Angebot – vor allem von kostengünstigen Anbietern aus dem Nahen Osten - mit der Nachfrage steigern würde.

Der Krieg änderte diese Gleichung. Höhere Ölpreise bedeuten, dass Amerikaner (sowie auch Europäer und Japaner) hunderte Millionen Dollar an Öldiktatoren im Nahen Osten und an Exporteure in anderen Teilen der Welt bezahlen, statt dieses Geld daheim auszugeben.