Paul Lachine

Amerikas Sozialismus für Reiche

Angesichts all des Geredes über die „grünen Triebe“ des Aufschwungs stemmen sich Amerikas Banken gegen Bemühungen, sie zu regulieren. Zwar betonen die Politiker ihr Bekenntnis zu einer Reform der Bankenaufsicht, um eine Wiederholung der Krise zu verhindern, doch ist dies ein Bereich, in dem der Teufel wirklich im Detail steckt – und die Banken werden alle ihnen verbleibende Kraft einsetzen, um dafür zu sorgen, dass ihnen ausreichend Spielraum bleibt, um weiterzumachen wie bisher.

Das alte System hat für die Banken (wenn auch nicht für ihre Aktionäre) gut funktioniert; warum also sollten sie eine Veränderung wollen? Tatsächlich wurde bei den Bemühungen zu ihrer Rettung so wenig Aufmerksamkeit darauf verwandt, welche Art von Finanzsystem wir nach der Bewältigung der Krise haben wollen, dass wir letztlich ein Bankensystem kriegen werden, das weniger wettbewerbsstark ist und bei dem die Großbanken, die schon vorher zu groß waren, um sie bankrott gehen zu lassen, sogar noch größer sein werden.

Es ist seit langem bekannt, dass jene amerikanischen Banken, die zu groß sind, um sie scheitern zu lassen, zugleich zu groß sind, als dass man sie managen könnte. Dies ist einer der Gründe für die derart trostlose Leistung von mehreren von ihnen. Wenn sie scheitern, kümmert sich die Regierung um ihre finanzielle Sanierung, sorgt für eine Einlagensicherung und verschafft sich so einen Anteil an ihrer Zukunft. Die Regierungsvertreter wissen: Wenn sie zu lange warten, werden diese Zombiebanken oder Beinahe-Zombiebanken – die nur einen geringen oder gar keinen Nettowert besitzen, aber behandelt werden, als wären sie lebensfähige Institute – vermutlich auf ihre „Wiederauferstehung wetten“. Falls sie ausreichend große Wetten eingehen und dabei gewinnen, wandern die Erlöse in ihre eigene Tasche; falls sie scheitern, zahlt die Regierung die Zeche.

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