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Amerikas Sparquote und die Zukunft des Dollars

CAMBRIDGE – Die Sparquote der amerikanischen Haushalte ist seit Anfang des Jahres steil gestiegen und hat im Mai 6,9 % der Privateinkommen nach Abzug der Steuern erreicht, die höchste Quote seit 1992. Bei der heutigen Wirtschaftslage entspricht dies jährlichen Ersparnissen von 750 Milliarden Dollar.

Obwohl eine Sparquote von 6,9 % im Vergleich zu vielen anderen Ländern nicht hoch ist, stellt sie eine dramatische Verschiebung der Sparquote der privaten Haushalte von unter 1 % dar, die die Vereinigten Staaten 2005, 2006 und 2007 erlebten.

Bevor sie im letzten Jahr anfing zu steigen, war die US-Sparquote der privaten Haushalte über 20 Jahre lang als Reaktion auf das steigende Vermögensniveau der Haushalte gesunken. Die steigenden Börsenkurse und der höhere Wert ihrer Häuser bewegten die Menschen dazu, einen größeren Teil ihrer Einkommen zu verbrauchen und weniger zu sparen. Infolgedessen reduzierten die meisten arbeitenden Personen den Betrag, den sie für ihre Altersvorsorge zurücklegten, und Rentner konnten ihre Ausgaben erhöhen. Die Nettosparquote fiel beinahe auf null.

Der starke Vermögensrückgang der Haushalte in den letzten beiden Jahren hat damit jedoch Schluss gemacht. Dramatisch niedrigere Aktienkurse und ein Sturz der Immobilienpreise um 35 % hat das Vermögen der Haushalte um 14 Billionen Dollar verringert, ein Verlust, der 140 % des verfügbaren Jahreseinkommens entspricht. Jetzt muss der Einzelne mehr sparen, um sich auf den Ruhestand vorzubereiten, und Rentner besitzen weniger Vermögen zum Ausgeben. In der Zukunft könnte die Sparquote sogar noch weiter steigen, und sie wird auf jeden Fall noch viele Jahre auf hohem Niveau bleiben.