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Amerikas reaktionäre Feministinnen

NEW YORK – Es ist offenkundig, dass die Linke und das Medien-Establishment in den USA die Popularität der zwei republikanischen Tigerinnen nicht ganz verstehen – zuerst Sarah Palin und nun Michele Bachmann, die ihren Status als mögliche republikanische Präsidentschaftskandidatin festigt. Was haben die beiden, das anderen Kandidaten abgeht – und das so viele Amerikaner offenbar wollen?

Sowohl Bachmann als auch Palin werden in der Mainstream-Presse regelmäßig vorgeführt. Palin wird vorwiegend als intellektuelles Leichtgewicht wahrgenommen. Während des  letzten Präsidentschaftswahlkampfes wurde auf YouTube ein Video Millionen Mal angeklickt, in dem Palin nicht eine einzige Zeitung oder ein Nachrichtenmagazin nennen konnte, das zu ihrer regelmäßigen Lektüre gehört.

Bachmann hingegen wird als leicht gestört dargestellt. Tatsächlich kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass man bei Diskussionen mit ihr auf eine Persönlichkeit stößt, die von manchen Fakten absolut überzeugt ist, die irgendwo in einem Paralleluniversum existieren müssen.

Aber es wäre ein Fehler, sich über die Anziehungskraft der beiden einfach hinwegzusetzen, ohne den Grund dafür zu verstehen. Das gilt vor allem für Bachmann. Palin ist es nicht gelungen, sich die Unterstützung und Mentorschaft des republikanischen Establishments zu sichern. Sie wird ihre merkwürdige Anziehungskraft weiterhin als Medienpersönlichkeit präsentieren. Bachmann, allerdings könnte befremdlicherweise Präsidentin der Vereinigten Staaten werden.