Paul Lachine

Amerika im strategischen Vakuum

NEW HAVEN – Es scheint, als kämen den politischen Entscheidungsträger bei der US Federal Reserve Zweifel, ob eine unbegrenzte quantitative Lockerung (QE) klug ist. Zu Recht. Nicht nur hat es dieses noch nie dagewesene politische Experiment bisher versäumt, einen akzeptablen Konjunkturaufschwung herbeizuführen; es hat zudem die Gefahr einer weiteren Krise erhöht.

Das Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) vom 29.-30. Januar ist ein Beleg für eine schwelende Unzufriedenheit: „[V]iele Teilnehmer … äußerten Bedenken über die von weiteren Asset-Ankäufen ausgehenden potenziellen Kosten und Risiken.“ Die Bedenken reichen von Sorgen über die destabilisierenden Auswirkungen einer Ausstiegsstrategie bezüglich der QE bis zu Befürchtungen über Veräußerungsverluste im Hinblick auf das sich rasch aufblähende Wertpapierportfolio der Fed (von gegenwärtig drei Billionen Dollar und auf Kurs, bis zum Jahresende vier Billionen Dollar zu erreichen).

So ernst diese Sorgen sein mögen, sie übersehen den möglicherweise größten Fehler im beispiellosen Gambit der Fed: ihren Fokus auf kurzfristige Taktik zu Lasten längerfristiger Strategie. Die Fed, die von der Krise der Jahre 2007-2008 unvorbereitet getroffen wurde, hat ihre ursprüngliche Fehldiagnose des Problems noch schlimmer gemacht, indem sie wiederholt ihre taktischen Reaktionen verschärft hat. Nach zwei frühere Runden der quantitativen Lockerung haben wir jetzt eine zeitlich unbegrenzte Iteration, weil der FOMC, der aus dem Erfolg der QE1 – einer enormen Liquiditätsspritze auf dem Tiefpunkt einer schrecklichen Krise – ein falsches Gefühl der Beruhigung zog, zu der irrigen Ansicht gelangt war, das richtige Rezept für politische Folgemaßnahmen gefunden zu haben.

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