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Amerika und Europa

Wenn man die aus tiefer Frustration über die Politik der gegenwärtigen US Regierung entstandenen Hoffnungen zahlreicher Menschen (und Regierungen) in Europa sich betrachtet, so wird es am Wahltag in den USA eines mittleren politischen Wunders bedürfen, um diese Hoffnungen auf einen fundamentalen Wandel der amerikanischen Außenpolitik nicht zu enttäuschen. Dazu wird es aber – wer immer auch gewählt wird – nicht kommen.

Die Regierung Bush hat zahlreiche außenpolitische Fehler mit weit reichenden Folgen gemacht. Aber George W. Bush hat weder den Unilateralismus der USA erfunden noch die transatlantische Drift zwischen den USA und Europa ausgelöst.

Gewiss, er hat diese beiden Trends erheblich verstärkt, aber deren eigentlichen Ursachen liegen in objektiv historischen Gründen: die alleinige Weltmachtrolle Amerikas seit 1989/90 und die selbstverschuldete Schwäche Europas.

Solange dieses Faktum der alleinigen Weltmacht fort gilt, so lange wird auch der nächste amerikanische Präsident an der Grundkonstellation amerikanischer Außenpolitik nicht wirklich etwas ändern können und ändern wollen.