Afrikas Muslime in der islamischen Welt

Nigeria windet sich in den Zuckungen religiöser Unruhen, ausgelöst durch die vor Monaten in einer dänischen Zeitung veröffentlichten Karikaturen über den Propheten Mohammed. Die Gewalt begann während eines Protestes von Muslims gegen die Karikaturen in der nordnigerianischen Stadt Maiduguri; die Christian Association of Nigeria berichtet von mindestens 50 getöteten Christen. Die Vergeltung folgte schnell, und mindestens 50 Muslime wurden in drei Tagen der Gewalt in den südöstlichen (überwiegend christlichen) Städte Onitsha und Enugu getötet.

Die nigerianischen Proteste gegen die Karikaturen (die bisher gewalttätigsten in Afrika) werfen die Frage auf: Was ist die Rolle und Position der afrikanischen Muslime (oder genauer, der schwarzafrikanischen Muslime) in der „islamischen Welt“? Wenn Menschen anderswo auf der Welt den Begriff „islamische Welt“ verwenden, beziehen sie dabei die schwarzafrikanischen Muslime ein, oder denken sie nur an die Muslime im Nahen Osten und in Asien?

Die Muslime in Schwarzafrika teilen nicht viele Charakteristika mit den Muslimen in anderen Teilen der Welt – insbesondere mit jenen der arabischen Welt. Die schwarzafrikanischen Muslime sind weniger selbstbewusst und durchsetzungsstark, und sie haben größere Schwierigkeiten bei ihren Versuchen, ihre Rechte zu artikulieren und ihre Präsenz in ihren jeweiligen Staaten und Regionen zu etablieren.

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