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Afrikas urbane Landwirte

NAIROBI – Als ich Eunice Wangari vor Kurzem in einem Café in Nairobi traf, war ich überrascht zu hören, wie sie ihre Mutter am Handy eindringlich über den Fortschritt eines Maisfelds in ihrem Heimatdorf befragte, das mehrere Stunden von der Großstadt entfernt liegt. Als Krankenschwester baut Wangari darauf, dass sie mit dem Einkommen aus der Landwirtschaft wiederum Geld zum Kauf von mehr Land erwirtschaften kann – für noch mehr Landwirtschaft.

Obwohl Wangari in der Hauptstadt Kenias lebt, kann sie jedes Jahr mehrere hundert Dollar Gewinn mit dem Verkauf von Agrarprodukten erzielen, welche sie mithilfe von Verwandten anbaut. Ihren anfänglichen Einsatz – den sie von ihrem Gehalt als Krankenschwester in Höhe von etwa 350 Dollar monatlich bestritt – hat sie seitdem lange wieder gutgemacht.

Wangari ist eine von Tausenden städtischen Arbeitnehmern in Kenia – und eine von Hunderttausenden, ja sogar Millionen in ganz Afrika –, die ihr Einkommen mit Landwirtschaft aufbessern, während sie selbst sich an einem anderen Ort befinden. Zumal die Preise für Grundnahrungsmittel auf dem Höchststand der letzten Jahrzehnte angelangt sind, erscheint die Landwirtschaft vielen Städtern als lohnendes Geschäft.

Die Landwirtschaft in Abwesenheit steigert auch den Nationalstolz – und den Stolz auf die traditionelle Ernährungsweise –, da die Erzeuger sich auf typische Gemüse aus der Region spezialisieren. „Unser Land ist zu lange mit importierten und westlichen Nahrungsmitteln überschwemmt worden“, meint Wangari. „Jetzt ist die Zeit gekommen, sich dagegen zu wehren – und unsere eigenen anzubauen.“