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Afrikas Immunität

ACCRA – Die Vereinigten Staaten verlieren immer mehr Arbeitsplätze. Großbritannien verstaatlicht seine Banken. Einst hochfliegende kleine Wirtschaftsnationen wie Irland, Ungarn und Island brechen zusammen. Selbst das robuste China und Indien erleben ein langsameres Wachstum, verminderten Ehrgeiz und zerbrochene Träume.

Doch in Afrika unterhalb der Sahara gibt es wenige Anzeichen für die globale Finanzkrise, die die kapitalistische Welt verzehrt.

In modernen afrikanischen Städten bleiben die Preise für Wohnhäuser astronomisch hoch. Ein Haus im typisch westlichen Stil in Kampala oder Accra kostet derzeit z. B. das Zwei- oder Dreifache eines vergleichbaren Hauses in Cleveland oder anderen Städten im Herzen Amerikas. Während die Immobilienpreise von Madrid bis Dublin und von Miami bis Los Angeles einbrechen, bleiben die afrikanischen Preise nahezu oder effektiv auf Rekordhöhe.

Afrikanische Banken sind unterdessen im Vergleich zu ihren mit Schulden beladenen Pendants in den USA und Europa grundsolide. Während internationale Banker pleite machten, indem sie massenweise faule Kredite vergaben, blieben die afrikanischen Banker dabei, ihre Gewinne auf altmodische Art zu erwirtschaften: Sie zahlten den Einlegern sehr wenig und erzielten eine große Gewinnspanne, indem sie gesicherte Staatsschulden kauften, die gesunde Einnahmen brachten.