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Warum Anleger mehr als Afrikas BIP im Blick haben sollten

WASHINGTON, DC – Seit über 80 Jahren ist das Bruttoinlandsprodukt das ultimative Maß für das Wohlergehen einer Ökonomie. Doch angesichts der zunehmenden Komplexität und Technologieorientierung der Volkswirtschaften hinterfragen Ökonomen zunehmend den Nutzen des BIPs als Maßstab für die Gesundheit einer Volkswirtschaft, und mancherorts plädiert man für einen radikal neuen Ansatz. Afrikas Erfahrungen zeigen, wie dringend notwendig ein derartiger Ansatz ist.

Der Kontinent leidet seit langem unter den mit der Maßzahl BIP verbundenen Unzulänglichkeiten. Im Januar prognostizierte die weltweit tätige Ratingagentur Fitch Solutions, dass das durchschnittliche Pro-Kopf-BIP in Afrika stagnieren wird, obwohl das BIP-Wachstum im Schnitt einen Wert von jährlich 4,5 Prozent erreichen sollte. Allerdings sind diese düsteren Prognosen irreführend – und drohen Investoren zu vertreiben.

Das erste Problem mit BIP-Prognosen für Afrika besteht darin, dass diese auf einer unzureichenden Datenlage beruhen. Die Mehrheit der nationalen Statistikbehörden auf dem Kontinent sind unterentwickelt. Ihnen mangelt es an ausreichender Finanzierung und auch an Unabhängigkeit, um sich umfassende Daten zu beschaffen und Benchmark-Indikatoren zu berechnen. Mit anderen Worten: die offiziellen BIP-Zahlen könnten grundfalsch sein.  

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