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Nach dem Fall Afghanistans

BISCHKEK – Am 2. Juli übergab das US-Militär die Kontrolle über den riesigen Luftwaffenstützpunkt Bagram an die afghanische Regierung. Die US-Truppen und ihre Nato-Verbündeten sind nun also dabei, Afghanistan bis Mitte Juli zu verlassen – um einiges vor dem von US-Präsident Joe Biden festgelegten Abzugstermin am 11.September 2021.

Einer neuen Untersuchung von Forschern an der Brown University zufolge kostete der zwei Jahrzehnte dauernde Krieg in Afghanistan den Vereinigten Staaten beinahe 2,3 Billionen Dollar. Jetzt fragen sich Afghanistans Nachbarländer - Pakistan, Iran, China, Indien und die zentralasiatischen Länder - wie viel es sie kosten wird, die Sicherheit aufrechtzuerhalten, wenn die USA nicht mehr da sind.

Ende Juni gelangten die US-Geheimdienste zu der Schlussfolgerung, dass die afghanische Regierung innerhalb von sechs Monaten nach Abzug der USA zusammenbrechen könnte - eine deutliche Korrektur ihrer früheren, optimistischeren Einschätzung nach unten. Als die Taliban über Nordafghanistan hinwegfegten und Dutzende von Bezirken und größeren Städten einnahmen, haben sich die afghanischen Sicherheitskräfte oftmals kampflos ergeben. Laut des im Juni veröffentlichten Berichts des Teams der Vereinten Nationen zur Überwachung der Sanktionen kontrollieren die Taliban mittlerweile mehr als die Hälfte der regionalen Verwaltungszentren des Landes direkt und auch bis zu 70 Prozent des Territoriums außerhalb der städtischen Gebiete stehen unter ihrer Kontrolle.

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