Affirmative Action für Europa

Die durch Schwindel erregende Arbeitslosigkeit und eine Null-Toleranz-Politik seitens der Behörden geschürte Gewalt in Frankreich reflektiert das klägliche Versagen des französischen Modells der sozialen Integration. Gewalttaten andernorts in Europa, so etwa die Bombenanschläge vom Juli in London und die brutale Ermordung des niederländischen Filmemachers Theo van Gogh in den Straßen von Amsterdam im November 2004, hatten das Scheitern Europas bei der Integration seiner Minderheiten bereits schmerzhaft verdeutlicht.

Während die Unruhen in Frankreich abebben, zerbrechen sich französische Politiker den Kopf darüber, wie es weitergehen soll. Vor vierzig Jahren, als die gesetzliche Rassentrennung zwischen Schwarzen und Weißen in Amerika formal endete, standen die Vereinigten Staaten vor ähnlichen Problemen. Amerikas Antwort zeigt indes, dass Integration nicht als Einbahnstraße gesehen werden kann. Abgesehen von der an Auflagen geknüpften Aufforderung an die Minderheiten, sich in den Mainstream einzugliedern, muss die Gesellschaft bereit sein, von sich selbst zu verlangen, Raum für all ihre Bürger zu schaffen.

Als ein Modell, dem es folgen könnte, sollte Europa sich mit den so genannten “Affirmative Action”-Richtlinien befassen, die Amerika erlassen hat, um Schwarzen Möglichkeiten zu eröffnen. Diese Förderungsmaßnahmen zu Gunsten von Minderheiten oder “positive Diskriminierung”, wie diese Richtlinien von manchen genannt wurden, nahmen ihren Anfang mit Universitätszulassungen. Anfang der Siebzigerjahre wurde der Umfang der Affirmative Action jedoch von Präsident Richard Nixon erweitert.

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