Paul Lachine

Die Verschmutzer müssen zahlen

NEW YORK – Als BP und seine Bohrpartner 2010 die Deepwater-Horizon­-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko verursachten, verlangte die US-Regierung, dass BP die Säuberungsmaßnahmen bezahlen, jene, die Schäden erlitten hatten, entschädigen und Strafen für die Gesetzesverstöße bezahlen müsse, die zu der Katastrophe geführt hatte. Inzwischen hat sich BP bereits zur Zahlung von mehr als 20 Milliarden Dollar an Wiedergutmachungen und Strafen verpflichtet. Auf Grundlage eines vergangene Woche geschlossenen Vergleichs wird BP jetzt die höchste Geldstrafe in der Geschichte der USA bezahlen – 4,5 Milliarden Dollar.

Dieselben Standards für Umweltsanierungen müssen für globale Konzerne gelten, die in den ärmeren Ländern agieren, wo ihre Macht gegenüber der der Regierungen in der Regel so groß ist, dass viele ungestraft gegen die Gesetze verstoßen und verheerende Umweltschäden anrichten, für die sie kaum oder gar nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Mit Eintritt in eine neue Ära nachhaltiger Entwicklung muss sich Straflosigkeit in Verantwortung verwandeln. Die Verschmutzer müssen zahlen, ob nun in den reichen oder armen Ländern. Die Großunternehmen müssen die Verantwortung für ihre Handlungen übernehmen.

Nigeria ist das Musterbeispiel dafür, wie Konzerne ungestraft die Umwelt schädigen. Seit Jahrzehnten produzieren viele große Ölgesellschaften, u.a. Shell, ExxonMobil und Chevron, Öl im Nigerdelta, einem ökologisch fragilen Gebiet aus Sumpfwäldern, Mangroven, flachen Regenwäldern und der Küste vorgelagerten Barriere-Inseln. Dieses fruchtbare Gebiet ermöglicht eine bemerkenswerte biologische Vielfalt – oder tat es, bevor die Ölgesellschaften es entdeckten – und ernährt mehr als 30 Millionen Einwohner, die in Bezug auf ihre Gesundheit und ihren Lebensunterhalt von den örtlichen Ökosystemen abhängig sind.

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