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Ein Weckruf für die EZB

US-Notenbankpräsident Ben Bernanke ließ sich durch die Entwicklung auf den weltweiten Aktienmärkten zu einer massiven Zinssenkung von 75 Basispunkten bewegen und das nur eine Woche vor der planmäßigen nächsten Sitzung des entscheidungsbefugten Offenmarktausschusses. So etwas käme für den Chef der Europäischen Zentralbank, Jean Claude Trichet, niemals in Frage – er lässt sich nämlich nicht von Märkten manipulieren, er manipuliert die Märkte.

Angesichts des offenkundigen freien Falls der amerikanischen Wirtschaft droht Trichet den Gewerkschaften in der Eurozone mit präventiven Zinserhöhungen, sollten sie sich nicht so verhalten, wie er das für angemessen hält. 

Diese Drohungen könnten sich hinsichtlich der Preisstabilität in der Eurozone, des obersten Zieles der EZB, als kontraproduktiv erweisen.

Um seine Drohungen einer Zinserhöhung inmitten eines weltweiten Abschwungs glaubwürdig erscheinen zu lassen, benutzt der EZB-Präsident beispielsweise seine Pressekonferenzen, um der Welt mitzuteilen, wie stark das europäische Wachstum ist.